E s t h e r   A n g s t           I l l u s t r a t i o n e n

Werkstatt und Drucktechnik

 

© Esther Angst  

 

Seit 2016 habe ich eine eigene Druckwerkstatt. Sie befindet sich in der alten Schreinerei Leuzinger in Glarus, einst, und das nur nebenbei erwähnt, die erste Skifabrik der Schweiz.

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Zum Erstellen einer Druckgrafik gehört der Entwurf, das Übertragen des Entwurfes auf die metallene Druckplatte, das Einfärben der Platte und das Drucken mit der Presse.

Druckplatten können in verschiedenen Techniken bearbeitet werden. Durch Ritzen, Kratzen, Schaben, Ätzen oder einer Kombination von allem, werden die Motive in die spiegelglatte Oberfläche der Platte eingearbeitet.

In der Folge stelle ich die von mir zur Zeit am häufigsten angewendete Technik vor:

Vernis mou (Weichgrundätzung) für die Linien und mit Aquatinta-Technik für die Flächen.


Entwurf

Mein Entwurf ist eine Bleistiftzeichnung die ich als Vorlage für die Weichgrundätzung auf einem dünnen, weichen Zeichenpapier anfertige.


Übertrag des Entwurfes und Bearbeitung der Druckplatte

Als Druckplatte verwende ich 1mm dicke, gut polierte Zink- oder Kupferplatten.

Für die Weichgrundätzung wird ein wachsweicher Säureschutz auf die Druckplatte aufgebracht. Auf diesen „weichen Grund“  lege ich meine Zeichnung und zeichne das Motiv nach, dabei drückt sich der Strich in den weichen Grund. Zieht man dann das Papier ab, so wird an den Druckstellen der Säureschutz von der Platte gehoben. Nun wird die Platte mit Salpetersäure (bei Zinkplatten) oder Eisen(III)-chlorid (bei Kupferplatten) geätzt. Das Ergebnis ist ein weicher, malerischer Strich. Sowohl der Charakter des Zeichenstiftes als auch die Körnung des aufgelegten Papiers bleiben im Druck erhalten. (Textteil mit Unterstützung von Wikipedia verfasst)


Um Flächen zu erzeugen wird eine gleichmässige Schicht Harzstaub auf die Platte gestäubt, so dass ein feiner Raster entsteht. Durch Erhitzen wird der Staub auf die Platte geschweisst. Überall da, wo Staubkörner angeschweisst sind, ist die Platte beim nachmaligen Ätzen geschützt. An von Staubkorn freien, ungeschützten Stellen entsteht beim Ätzen eine Vertiefung im Metall, in der nachher beim Einfärben der Platte die Farbe hängen bleibt. Je länger geätzt wird, desto grösser wird die Vertiefung und umso mehr Farbe bleibt beim nachmaligen Einfärben der Platte hängen, d.h. desto dunkler oder farbintensiver wird die Fläche nachher.

Um nun verschiedene Farb- oder Graustufen zu erzeugen, werden mit einem Lack die Flächen, die nachher im fertigen Bild die hellsten sein sollen, als erstes abgedeckt. Somit werden sie bei einem ersten Ätzdurchgang nicht mitgeätzt. Um weitere Abstufungen zu erhalten, wird der Vorgang des Abdeckens und Ätzens wiederholt.

Für Zwei- oder Mehrfarbendrucke wird pro Farbe eine Platte bearbeitet. Beim Druckvorgang werden diese nacheinander auf’s gleiche Papier gedruckt. Dafür müssen die Platten exakt auf dieselbe Stelle auf der Druckpresse gelegt werden, damit die Farben genau aufeinander passen.


Druckvorgang

Die bearbeitete Zinkplatte…
…wird auf einer Wärmeplatte…
…mit Druckfarbe vollständig bedeckt.
 
Dann wird die Druckfarbe von Hand wieder weggewischt.
Je stärker die Flächen verätzt sind, desto mehr Farbe bleibt daran hängen.
Die fertig abgewischte Druckplatte.
Die Platte wird auf die Druckpresse gelegt.
Das angefeuchtete Büttenpapier wird geholt…
…und auf die Platte gelegt.
Druckplatte und Papier werden mit Filz bedeckt…
…und durch die Presse gedreht.
Der Filz wird entfernt.
Das Büttenpapier…
…wird vorsichtig von der Platte genommen.
Die Drucke müssen ein paar Tage getrocknet werden.
 

alle Bilder © Esther Angst

Aktualisiert: Mai 2018